![]()
In dem kleinen ,,Nest", das dem Sportkegelclub seinen Namen geben sollte, in Eremitenhof, vor den Toren Bayreuths gelegen, befand sich bei der Gaststätte Strömsdörfer, genannt ,,Hummel", eine Sandbahn, auf der eine größere Anzahl Freizeitkegler schon ab 1948 dem halbsportlichen Vergnügen nachgingen. Ein Höhepunkt im Jahr bezogen auf diese Sandbahn war die Kirchweih, die immer Das Auskegeln eines Hammels zur Folge hatte.
Zu dieser Zeit formierten sich in Bayreuth die bekannten alten Kegelclubs, wie ,,Zur Jägerruh", ,,Rosenau“, ,,50-er", ,,Harmonie" oder ,,Moritzhöfen": Diese Wiedergründung der genannten Vereine stachelte die ,,Freizeitkegler mit Festen Spielzeiten" dazu an, vom Wirt der Gaststätte eine vorschriftsmäßige DKB-Bahn zu fordern. Die Absage des Wirtes führte zu dem Entschluss, sich diese Bahn eben selbst zu errichten. Den Platz für das Unterfangen des Kegelbahnbaus hat Adam Lutz, und so wird der Sommer 1950 Zeuge des Baus einer den DKB-Anforderungen entsprechenden Zementbahn, errichtet durch die Mithilfe der Kegelbegeisterten. Diese erste Bahn auf dem Lutz Gelände ist allerdings Nicht überdacht, was eine ganzjährige Nutzung ausschließt. Am 10.08.1950 wird schließlich der Bauantrag für eine geschlossene Kegelbahn mit kleinem Wirtschaftsraum eingereicht. Am 01.03.1951 wird der Kegelclub Eremitenhof aus der Taufe gehoben und unternimmt seine ersten Schritte in Richtung Sportkegeln.
Die Gründungsmitglieder stammen allesamt aus der Gruppe der Freizeitkegler, aber nicht alle Freizeitkegler schließen sich dem Unternehmen Sportkegeln an. Auch schwächen den Club schon kurz nach seiner Gründung Austritte und Vereinswechsel, was vor allem die Wettkampftätigkeit der Truppe beeinträchtigt.
Den Schritt vom Freizeit- zum Sportkegeln wagen:
Ludwig Bär, Georg Bäßler, Bräunling Adam, Erwin Dobel, Fritz Krauß sen., Otto Kirstein, Adam Lutz, Elias Lutz,Willi Schrön, Eberhard Steinlein, Heinrich Steinlein, Richard Tiereth, Paul Trommer ,Waldemar Trommer.
Im Herbst 1951 erhält die Kegelbahn in Eremitenhof das DKB-Gütezeichen, zu jener Zeit die vierte Asphaltbahn in Bayreuth. Das Sportabzeichenkegeln wird vom 24.11.- 02.12.1951 ausgetragen. Die Zeit der Kegelaufsteller ist im Mai 1958 zu Ende, denn zu diesem Zeitpunkt werden Kegelstellautomaten installiert. Sportliche Erfolge und ein
kräftiger
Mitgliederzuwachs machen einen Ausbau auf eine Zweibahnenanlage erforderlich.
Für das Anliegen des Sportkegelclubs hat die Familie Lutz ein offenes Ohr und so
wird unter Mithilfe der Mitglieder eine zweite Bahn errichtet. An dieser Stelle
sei der Familie Lutz ein herzliches Dankeschön ausgesprochen, denn in einem
herzlichen und harmonischen Verhältnis waren sie die besten Herbergseltern für
den Kegelclub Eremitenhof. Leider muss die Familie Lutz aus Gesundheitlichen
Gründen auf die Eigenbewirtschaftung der Eremitenklause verzichten und
verpachtet die Gaststätte ab Februar 1977 an Peter Horn, allerdings mit der
Auflage, die Bedürfnisse der Sportkegler vorrangig zu behandeln.
Eine Regelung, die vor allem im Rahmen der Bahnbelegung für den Kegelclub existentiell ist. Peter Horn führte die Gastwirtschaft stets im Sinne der Besitzer und auch mit ihm verbindet den Sportkegelclub Eremitenhof ein herzliches Verhältnis. Einen Wendepunkt in der Geschichte des SKC Eremitenhof bildet das Jahr 1982.
Ein Pächterwechsel beendete die schönen Zeiten in der Eremitenklause. Konnten noch zu Beginn der Pachtzeit höhere Bahnmieten durch die Übernahme der Pflege- und Wartungsarbeiten abgewendet werden, machten gezielte Schikanen des Pächters einen geregelten Trainings- und Wettspielbetrieb unmöglich und so erfolgt im August 1983 der Auszug aus der Eremitenklause. Neues Domizil ist das Gemeindezentrum Neunkirchen. Die Lage der neuen Heimat wirft vor allem für die Jugend des Kegelclubs Transportprobleme auf. Ein Zustand, der bereits früh erkennen lässt, dass der Umzug nach Neunkirchen nur eine Übergangslösung darstellt. Durch die Bereitschaft des Vereins Bayreuther Sportkegler seine Bahnen für den SKC Eremitenhoffreizukündigen wird dem SKC Eremitenhof ein weiterer Umzug, jetzt in das Keglerheim Dammallee, ermöglicht. Hier halten die Kegler aus Eremitenhof 1984 Einzug. Die zur Verfügung stehende Vierbahnenanlage ermöglicht den Sportkeglern einen besseren Spiel- und Trainingsbetrieb. Dieser enorme Vorteil wird offensichtlich von einigen Mitgliedern für sehr gering erachtet und veranlasst sie zu der Konsequenz des Austritts. Auch die Zeit im Keglerheim Dammallee ist nur von kurzer Dauer, aufgrund von stadtgestalterischen Maßnahmen soll das Keglerheim abgerissen werden. 1986 wiederum im August siedelt der SKC Eremitenhof in das Keglerheim Sendelbach um und belegt am Dienstag abend alle sechs Kegelbahnen.
So gestaltet sich die Geschichte des SKC Eremitenhof als eine Geschichte einer Wanderschaft, die hoffentlich in der Sendelbachanlage eine gute Endstation findet. Wehmütig sei erwähnt, dass das offizielle Klublokal noch immer am Geburtsort des Kegelclubs steht, die Eremitenklause.
![]()
von links: die Ehrenmitglieder Willy Schrön und Adam Lutz †18.07.2003
![]()
Natürlich
spielt die Familie Lutz bei der Entstehung des Sportkegel-clubs Eremitenhof-
Bayreuth eine tragende Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass mit Elias Lutz
der Vater unseres Gründungs-mitglieds Adam Lutz zum „ersten“ 1. Vorsitzenden von
der Gründungsversammlung am 6. März 1951 gewählt wurde. Diese fand ebenso
selbstverständlich in der neu entstandenen Eremitenklause statt.
Nur
zwei Jahre später übernahm am 25. März 1953 mit Fritz Krauß senior ein Mann
dieses Amt, der über drei Jahrzehnte die Geschicke des prosperierenden Clubs
leiten sollte. Während dieser Zeit entwickelte sich der Club zu einem der
führenden Kegelvereine in Bayreuth. Die bereits nebenher bestehende Damenriege
wurde erfolgreich integriert, so dass nicht weniger als 5 Mannschaften am
Spielbetrieb teilnahmen. Erst sein plötzlicher Tod im Juni 1982 beendete seine
unvergessene Amtszeit.
Am
15.4.1983 wurde der bisherige 2. Vorsitzende Erich Fischer nach einem Jahr
kommissarischer Führung des Clubs als Nachfolger gewählt. Seine Amtszeit war
geprägt durch die erforderlichen Wechsel unserer Sportstätten, nach einer
Zwischenstation im Gemeindezentrum Neunkirchen vollzog er den Umzug des Clubs in
die Anlage des Vereins Bayreuther Sportkegler. Aus heutiger Sicht sicher ein
wichtiger Schritt zur weiteren sportlichen Entwicklung.
Für
den nach dem 40-jährigen Jubiläum des Clubs ausscheidenden Erich Fischer (er
hatte inzwischen den Vorsitz des Vereins Bayreuther Sportkegler inne) übernahm
am 12.September 1991 Helmuth Sommerer die Geschicke des Clubs. Seine erste
Amtshandlung bestand darin, den scheidenden Vorgänger Erich Fischer als Zeichen
der Dankbarkeit des Clubs zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. In seine Amtszeit
fällt der bisher größte sportliche Erfolg unseres Clubs mit dem Aufstieg der 1.
Herrenmannschaft im Jahre 1994 in die Regionalliga Oberfranken/Unterfranken.
Nach 6-jähriger Tätigkeit übergab er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen am
25. April 1997 an den derzeitigen ersten Vorsitzenden Klaus Dombek.
Klaus Dombek
![]()
Der Damen-Kegelclub Eremitenhof wurde am 29.06.1966 gegründet.
Zur Gründung versammelten sich 22 Damen in der Eremitenklause. Darunter befanden sich: Grete Michel, Bärbl Dörfler, Ingrid Fischer, Heidi Raithel (Söllheim), Hannelore Raithel, Gundi Lindner (Popp), Susanne Zapf, Marianne Sommerer, Helga Seyfferth, Traudl Förster, Lydia Lutz, Heidi Stich, Irene Humski, Barbara Droll, Inge Mündel, Emmi Döhler, Gitti Dobel, Traudl Freyberger.
Im Jahr 1967 stießen Elsbeth Purrucker (Reinhard), Eloa Freiberger, Henny Hauenstein, Monika Ballentlin und Waltraud Ringlein zu uns.
Bei stetigem Wechsel, einige Damen verließen den Club, andere kamen dazu, waren wir immer eine Truppe von ca. 20 Mitgliedern. Der monatliche Beitrag betrug 8,00 DM.
Unser Kegelabend am Mittwoch in der „Klause“ war immer eine feucht-fröhliche Zusammenkunft, dank unserer immer zu Späßen aufgelegten Heidi Stich (Humski).
Die jährlichen Damen-Kegelclub-Ausflüge durften natürlich auch nicht fehlen. So fuhren wir schon 1967 mit einem Kleinbus nach Berlin. Zu diesem Zeitpunkt eine kleine „Weltreise“, aber super.
Nach einer gewissen Trainingszeit merkten wir, dass es doch einige gute Talente in unseren Reihen gab. So beschlossen wir im Jahre 1968 eine Mannschaft für den Wettspielbetrieb anzumelden.
Da wir immer gut mitkegelten stiegen wir bald in eine höhere Klasse auf. Die Spiele wurden seitdem Sonntags ausgetragen. Das bedeutete für uns: Vormittags Abfahrt mit Kind und Kegel zum Wettspiel.
Es wurde Verpflegung für den ganzen Tag eingepackt, denn damals war es noch etwas zu teuer, sich mit jeweils 4 oder 5 Personen je Familie im Gasthaus zu verköstigen.
Wir fuhren ins Bamberger- und Coburger Land; somit konnte jedes Mal ein Sonntagsausflug verbunden werden.
Im Jahre 1976 schlossen wir uns dann unseren Herrenkegelclub „Eremitenhof“ an. Zu diesem Zeitpunkt kegelte auch bereits unser Nachwuchs schon erfolgreich (Ute Seyfferth, Elke Sommerer).
Zu unserem Jubiläum im Jahr 2001 sind noch Elsbeth Reinhard (passiv), Heidi Söllheim und Marianne Sommerer (aktiv) aus der Anfangstruppe dabei.
Marianne Sommerer
![]()
Die Jugendarbeit des SKC Eremitenhof im Wandel von 50 Jahren
Da stellt sich natürlich die Frage, wie es ein Club schafft, über die ganzen Jahrzehnte zu den führenden Vereinen in Oberfranken zu zählen. Sicherlich haben Kegler wie Walter Linhardt, Fritz Krauß oder Helmut Banholzer den Club über Jahrzehnte mit Spitzenleistungen die Treue gehalten und zählen auch heute noch zu den Leistungsträgern ihrer Mannschaften.
Aber ich denke, dass der Erfolg des Clubs insbesondere auf die hervorragende Jugendarbeit der vergangen fünf Jahrzehnte zurück zu führen ist.
Dies zeigt sich heute daran, dass in der ersten Herrenmannschaft unseres Clubs in der vergangenen Saison 5 der 7 gemeldeten Spieler das Kegeln in der Jugendabteilung unseres Club begannen. Auch haben viele Keglerinnen der ersten Damenmannschaft bereits in der Jugendabteilung unseres Clubs gespielt. Mit Melanie Wolff und Sandra Linhardt haben zwei nicht mal zwanzigjährige Nachwuchstalente in den letzten Jahren den Sprung in unsere erste Damenmannschaft geschafft und zählen seitdem zu den Leistungsträgern. Darüber hinaus wurden von Jugendlichen unzählige oberfränkische, bayerische und deutsche Meistertitel errungen.
Natürlich ist es nicht einfach über so lange Zeit eine erfolgreiche Jugendarbeit zu betreiben. Andere Sportarten, schulische Belange und das persönliche Umfeld können speziell in jungen Jahren andersweitige Interessen wecken. Ein vielfältiges, interessant gestaltetes Programm auf und außerhalb der Kegelbahn ist hierfür erforderlich.
Außerhalb der Kegelbahn haben sich über die ganzen Jahre unsere Jugendausflüge in die Königsheide oder ins Palm-Beach, das Faschingskegeln, Jugendclubmeister und Jugendpokal bewährt.
Durch den Zusammenschluss zur SG Sendelbach besteht die Möglichkeit die Jugendlichen entsprechend ihrer Leistung und Altersklasse in der passenden Mannschaft einzusetzen.
So sind wir gut gerüstet für die Aufgaben der nächsten Jahre, es bleibt zu hoffen dass die Nachwuchsarbeit weitere Talente für unseren Club hervorbringt.
Zu guter letzt möchte ich mich bei allen in der Jugendarbeit der letzten 50 Jahre tätigen Betreuer bedanken, die unsere Jugendabteilung aufgebaut, gefördert und zu dem gemacht haben was sie die letzten 50 Jahre war und auch noch heute ist
„die Zukunft unseres Clubs“
Thomas Linhardt
![]()